Dipl.-Arb. Kapitel 11 – Neurographik im therapeutischen Kontext

 

 

KUNST IST EIN INSTRUMENT, EIN MITTEL MIT DEM WIR BEHANDELT WERDEN UND AUCH BEHANDELN KÖNNEN.
W. Salber

 

Im therapeutischen Kontext sehe ich die Neurographik, als eine unterstützende Methode, die Gesundheit von Klienten wiederherzustellen, zu fördern oder zu erhalten. Prozesshaft den Klienten darin zu begleiten, welche inneren Vorgänge sich zum Ausdruck bringen über die Zeichnung. Unterstützend durch vertiefte therapeutische Dialoge mit dem Klienten das Tun und Erleben einzuordnen und Zusammenhänge zu erforschen, abgespaltene Fragmente des Traumas zu integrieren in die eigene Lebensgeschichte.

Das Sprechen des Klienten über sich durch die Zeichnung als Möglichkeit, die Selbstreflexion zu schulen, um sich selbst zu begreifen und mit einem neuen Blick auf sich und seine biografischen Ereignisse zu schauen. Einen neuen Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen zu unterstützen und im geschützten Raum das SICH-selbst-neu-Erleben zu probieren.

Im therapeutischen Rahmen sollte die neurographische Arbeit mit inneren Teilen und Aspekten des Klienten stattfinden, um Überforderungen zu vermeiden. Dadurch kommen sie psychisch zu einer tiefen Ebene der Verarbeitung. Besonders für jene, die noch eine gewisse Sicherheit und psychosoziale Stabilität benötigen, ist das therapeutische Gespräch und die individuelle Begleitung hilfreich. Stereotype, wiederholende Linien, Formen und Bildgestaltungen können im Prozess der Bewusstwerdung tiefer hinterfragt und abgelöst werden durch kreative, explorierende Kompositionen in der Gestaltung, die neue neuronale Netze knüpfen.

Mit Hilfe der therapeutischen Schulung zu lernen, das Trauma als Verbündeten zu sehen, um sich selbst zu begleiten, mit dem Ziel für die Zukunft immer autonomer zu werden, um entspannt auf dem Spannungsbogen zwischen Autonomie und Bindung selbstbestimmt zu experimentieren. Denn wenn dich niemand begleitet, begleitet dich dein Trauma lebenslänglich.

Sich selbst lernen zu begleiten, schützt den Klienten davor, sich in Gefahr zu begeben, einen Therapeuten oder seine Schulung zum Evangelium zu erklären oder einem Guru zu verfallen. Er erfährt sich selbst als die kritisch prüfende Instanz, die weiß, was für ihre eigene Entwicklung von Bedeutung ist und was nicht.


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