Dipl.-Arb. Kapitel 9 – Heilung als Akt des kreativen Geistes

 

 

Kunst ist Erweiterung des krankhaft
verengten Bewusstseins, sie ist
Die Ergänzerin des Menschen,
die Ergänzerin des Zeitalters und
Die Ergänzerin der Lebensläufe.
Hans Egon Holthusen

 

Neurographik ist für mich ein tiefes Zuhören, eine Entdeckungsreise durch die Schichten meines Körpers mit all seinen Ebenen. Ich erstelle durch Linien und Formen auf dem Papier ein Tiefen-Selbstporträt, das den direkten Ausdruck meiner Innenwelt widerspiegelt und ich eine einzigartige bildliche Auskunft darüber erhalte. Durch das Zeichnen erlange ich ein besseres Verständnis, ein neues Bewusstsein, was aus der verborgenen Innenwelt ans Licht drängt.

Definiere in sehr bewusst geführten Linien sanft, artgerecht für meinen inneren Lebensraum neue Parameter. Gestalte und erschaffe mich eines Künstlers gleich in neuen Räumen mit frischen Perspektiven. Erforsche und erkenne Zusammenhänge, die für mich stimmig sind. Versetzte mich durch dieses tiefe Zuhören in die ureigene Harmonie meines Seins, in der ich Ruhe, Entspannung, Gleichgewicht und Stabilität erfahre.

Ähnlich wie bei der klassischen stillen Meditation nach Zen oder Vipassana (Einsichtsmeditation) ist die Neurographik ein Werkzeug, meine Gefühle dadurch unter Kontrolle zu bringen, dass ich sie aus einer Beobachterposition wahrnehme. Ich kultiviere eine Lebenshaltung der Gelassenheit und unterstütze die vagale Bremse. Die Hingabe, wie sie einer stillenden Mutter zugeschrieben wird, erfahre ich in einem ausgeweiteten Sinn in der Meditation und in der Neurographik als All-Verbundenheit und grenzenloser Liebe.

In den unterschiedlichen Algorithmen während meiner Neurographik Trainer Ausbildung kristallisierte sich immer wieder heraus, dass Schnelligkeit, grobes schnelles Skizzieren einer vorgegebenen Komposition, wie es im NeuroSketching praktiziert wird und sehr komplexe Kompositionen, diese innere Harmonie sehr störanfällig machten bis hin zur totalen Blockade. Eher kam es zu einer Überforderung, einer Überreizung und Überlastung, statt zu einer inneren Ruhe, Beruhigung, Entspannung und Stabilität, die ich für zwingend notwendig halte, besonders für Menschen mit Traumatisierungen.

Das oberste Ziel im kreativen Akt ist für mich aus diesen beschrieben Gründen das Wiedererlangen eines Gefühls von Sicherheit und Geborgenheit, wenn auch zunächst nur auf dem Papier, weil ich mir meine Innen- und Außenwelt darauf so gestalte, wie sie für mich artgerecht ist.


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